Am Anfang stand ein 9 Jahre altes Auto, das meine Frau von ihrem Vater geerbt hatte. Im Frühjahr 2016 hat meine Frau erfahren, dass es eine Prämie von damals 3.000 Euro für die Anschaffung eines neuen Elektroautos gibt. Außerdem sollten Elektroautos für eine befristete Zeit von der Kfz-Steuer befreit sein.

Meine Frau fährt täglich ungefähr 80 km für den Weg zur Arbeit. Mit dem damaligen Auto hat das Kraftstoffkosten von ca. 280 Euro verursacht. Diese Kosten mussten wir also auf jeden Fall aufbringen und standen uns somit für die Gesamtkosten für ein Elektroauto zur Verfügung.

Meine Frau fing an den Fahrzeugmarkt für Elektrofahrzeuge zu beobachten. Es kristallisierten sich für uns 2 Optionen heraus.

Eine Möglichkeit wäre ein kleines, kostengünstiges Elektroauto zusätzlich, nur für den Weg zur Arbeit.

Die zweite Variante war ein Elektroauto, das unser bisheriges Auto ersetzen kann, so dass wir das bisherige Auto in Zahlung geben können.

Die erste Möglichkeit hat sich schnell als unrealisierbar herausgestellt. Entweder waren auch die kleinen Autos zu teuer um ein zusätzliches Auto anzuschaffen ohne unser bisheriges dafür in Zahlung zu geben oder sie waren nicht alltagstauglich, z.B. weil sie offen waren, also z.B. keine Seitenscheiben hatten. Dazu kamen dann bei diesen Autos noch Sorgen eventuell auf der Autobahn übersehen zu werden.

Während unserer Suche sind wir dann auf Werbung von Nissan-Autohäusern aus der Region aufmerksam geworden. Ziemlich schnell war unser Interesse für den Nissan Leaf geweckt und wir fingen an zu kalkulieren. Aufgrund der technischen Daten haben wir einen Stromverbauch errechnet, der uns ungefähr 80 Euro kosten würde.

Bei bisherigen Fahrtkosten von 280 Euro und zukünftigen Stromkosten von 80 Euro hatten wir also ein Budget von ca. 200 Euro für die Raten einer Finanzierung.

Mit diesen Daten sind wir dann mit dem Verkäufer des Autohauses ins Gespräch gekommen.

Das Problem dabei: Neufahrzeuge kosteten auch nach Abzug der Prämie so viel, dass die notwendige Rate selbst bei längster Laufzeit noch über 200 Euro gelegen hätte.

Nach einigem Hin und Her hat uns der Verkäufer ganz zurückhaltend gefragt, ob für uns denn auch ein gebrauchtes Fahrzeug in Frage käme. Für uns war letztlich nur der finanzielle Rahmen bzw. die Ratenhöhe ausschlaggebend.

Für gebrauchte Fahrzeuge gab es damals keine Prämie, aber der Preis der verfügbaren Gebrauchtwagen war für uns finanzierbar.

Nissan hatte einen Fuhrpark an Mietfahrezeugen, die DB-Kunden mit der Bahncard nutzen konnten. Eines dieser Fahrzeuge stand nach der Nutzung von 2 Jahren durch die DB mit einem Kilometerstand von gerade einmal 9.000 km beim Nissanhändler auf dem Hof und sollte ca. 19.000 Euro kosten. Bei der längsten möglichen Laufzeit lag die Rate nur geringfügig über unserer geplanten Grenze.

Das Fahrzeug hatte den kleineren Akku und somit ca. 150 km Reichweite, genug für 80 km Arbeitsweg (mit dem größeren Akku wäre eine Reichweite von ca. 250 km möglich). Geladen werden kann das Auto an jeder beliebigen Haushaltssteckdose in ca. 8 Stunden. Die Zeit von Feierabend bis zum nächsten Morgen reicht dafür gut aus. Unsere anfängliche Sorge, dass die Reichweite im Winter durch die Heizung oder im Sommer durch Nutzung der Klimaanlage deutlich abnehmen könnte, hat sich nicht bestätigt. Der Reichweitenverlust liegt zwischen 5 und 10 km. Es bleibt also immer noch genug Reichweite für den Arbeitsweg.

Ungefähr 3 Jahre und 60.000 km später haben wir uns entschieden unser erstes Elektroauto gegen ein jüngeres einzutauschen. Es wurde dann ein ca. 3 Jahre altes Auto mit ca. 12.000 km auf dem Tacho. Das erste Auto wurde vom Händler in Zahlung genommen, die Finanzierung abgelöst und eine neue mit vergleichbaren Konditionen für das neue Elektroauto gemacht. Das neue Elektroauto hatte dann schon ein zusätzliches Ladekabel für die Wallbox.

Zwischenzeitlich haben wir eine Photovoltaikanlage auf unser Hausdach gebaut, zu der auch eine Wallbox gehört. Mit der Wallbox halbiert sich die Ladezeit, allerdings nimmt bei mehrfacher Nutzung der Wallbox die Reichweite ab. Die Reichweite nimmt aber wieder zu, wenn das Auto zwischendurch über die normale Steckdose, also langsamer geladen wird.

Wir fahren jetzt über 5 Jahre Elektroauto und hatten noch nie irgendwelche Probleme damit!

Zwischenzeitlich gibt es die ersten Neufahrzeuge unter den Elektroautos ab ca. 15.000 Euro und die ersten Fahrzeuge mit einer Reichweite von bis zu 700 km.

Bei Rückfragen zu diesem Thema stehe ich gerne persönlich zur Verfügung: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.